
Mathias Wendel war als Therapeut ein Meister seines Faches. Er erweckte aus der Reinkarnationstherapie von Thorwald Dethlefsen eine tiefgreifende Psychotherapie. Damit prägte er maßgeblich die praktische Ausrichtung der Reinkarnationstherapie innerhalb der Münchener Schule. Mitte der 1990er Jahre schrieb er das Standardwerk zur Reinkarnationstherapie „Maskenball der Seele“.
Frühere Leben waren für ihn Mittel zum Zweck, um Wichtiges über die eigene Seele zu erfahren. Ob man an Reinkarnation glaubte oder nicht, spielte dabei keine Rolle. Entscheidend war die Erfahrung. Die Reinkarnationstherapie führte in die Tiefe und wirkte. Das Rebirthing-Atmen ersetzte schon lange vorher die Hypnose wirkungsvoll. Der Begriff Reinkarnationstherapie blieb historisch bedingt bestehen.
Mathias Wendel war Mitarbeiter von Thorwald Dethlefsen. Während Thorwald Dethlefsen der brillante Denker und Redner war, der die weltanschauliche Grundlage der Reinkarnationstherapie schuf, war Mathias Wendel derjenige, der das ins Lebendige brachte und lebte.
Mathias arbeitete direkt und offen. Seine Klarheit diente immer der Weiterentwicklung. Das war natürlich nicht immer jedermanns Sache. Wer in seinem Ego gefangen war, konnte sich in sich selbst verfangen. Mathias Wendel sprach nicht, um Recht zu haben, sondern um Bewegung zu ermöglichen. Er sah sich nicht als Guru, sondern als Mensch. Kompromisslos und ehrlich zugleich, mit offenem Herzen. Das widersprach sich für ihn nicht. Im Gegenteil.
Für viele lebte Mathias deren eigenen Schatten vor. Wer nicht mit Abwehr reagierte, sondern bei sich selbst hinschaute, welchen Punkt Mathias ansprach, konnte etwas Wesentliches über sich erfahren. Mathias führte direkt an den Punkt - und genau das wirkte innerlich befreiend. Was Thorwald Dethlefsen theoretisch erschlossen hatte, brachte Mathias Wendel praktisch und erfolgreich zur Anwendung.
Technik und Theorie lehrte Mathias präzise und fundiert, doch entscheidend war ihm die Essenz. Diese Arbeit durfte nicht verwässert werden. Reinkarnationstherapie war für ihn kein Werkzeugkasten und keine Methode unter vielen, sondern ein lebendiger Zugang zur Seele und ein wirksames psychotherapeutisches Verfahren. Seine Grenze lag dort, wo alles nur noch mit dem Kopf analysiert wurde.
Ausbildung bedeutete bei ihm nicht nur zuzuhören, sondern praktisches Erleben. Seine Vorführtherapien waren von Jahr zu Jahr währenden den Ausbildungszyklen anschaulich. Auch die Motivation, seinen Schülern wirklich etwas zu vermitteln, ließ nicht nach. Mathias lebte, was er lehrte.
Mathias Wendel therapiert heute nicht mehr. Er ist am 23.März
2018 von uns gegangen.
Die letzten, an ihn gerichteten Worte
lauteten:
„Was bleibt, ist Liebe, Dankbarkeit und das Wissen, mit einem
besonderen Menschen gelebt, geliebt und auch gerungen zu
haben.“
Die Münchener Schule der Reinkarnationstherapie hat sich in ihrer ursprünglichen Form aufgelöst. Ihre Essenz lebt weiter. Alles, was diese Schule ausgemacht hat, lebt heute in meiner therapeutischen Arbeit fort - in meinen Therapien, Seminaren und der Ausbildung in Reinkarnationstherapie, ebenso im Kontakt mit der Geistigen Welt. Diese Linie ist nicht museal, sie ist lebendig.
Der Zaubersatz von Mathias begleitet diese Arbeit bis heute: Sehnsucht nach Einheit, Angst vor Trennung.
Das Buch „Maskenball der Seele“ möchte ich allen ans Herz legen, die sich für Reinkarnationstherapie, ihre psychotherapeutische Tiefe und ihren Ursprung in der Münchener Schule interessieren.
Mathias Wendel (1948–2018), Therapeut und Autor von Maskenball der Seele
Engin Iktir Leiter des Frankfurter Zentrums für Reinkarnationstherapie Direkte Linie der Münchener Schule nach Thorwald Dethlefsen und Mathias Wendel
Seit über zwanzig Jahren begleite ich Menschen in intensiven Prozessen der Schattenarbeit. Mehr als 15.000 Stunden Erfahrung mit inneren Bildern und tiefenpsychologischen Bewegungen prägen meine Arbeit. Ich arbeite klar, direkt und erfahrungsbasiert – ohne Modelle, ohne Suggestion und mit offenem Herzen.
Praxisstandort: Frankfurt am Main